Wolfram Alpha kritisch betrachtet – lediglich Kinderkrankheiten?

Die neue „Wundersuchmaschine“ Wolfram Alpha geistert derzeit in nahezu jedem Blog herum, der etwas mit Suchmaschinen zu tun hat. Ein regelrechter Hype ist festzustellen und Wolfram Alpha wird immer wieder als „Google Killer“ betitelt. Da stellt sich doch die Frage, wie viel an dieser Aussage wirklich dran ist, bzw. ob lediglich die Überschrift viele Besucher und Leser anlockt und deshalb eingesetzt wird.

Zunächst einmal muss man festhalten, dass Wolfram Alpha nicht der erste Google Killer ist. In der jüngeren Vergangenheit gab es bereits einige andere, neue Suchmaschinen, denen die Zukunft des Killers vorhergesagt wurde. So zum Beispiel Wikia, die Suchmaschine die bereits nach kurzer Zeit nicht mehr weiterentwickelt wurde. Powerset ist ebenfalls ein gutes Beispiel. Die Suchmaschine versprach viel, wurde dann aber samt den Programmierern von Microsoft aufgekauft. Zu guter Letzt kann man auch noch Cuil in diese Liste mit aufnehmen, die Suchmaschine von den Ex-Google Mitarbeitern, deren Marktanteil verschwindend gering ist.
Vergleicht man einen Suchprozess bei Wolfram Alpha mit dem, bei den anderen gängigen Suchmaschinen, stellt man fest, dass eine Suchanfrage bei Wolfram Alpha um ein Vielfaches länger bearbeitet wird, als beispielsweise bei Google oder Yahoo!. Zudem werden komplexere Anfragen immer wieder abgebrochen und eine Fehlermeldung ausgegeben, was entweder heißen kann, dass die Suche in der Mitte abgebrochen wurde, oder aber, dass die Antwort wirklich nicht berechnet werden kann.
Weiters kritisiert könnte die Wahl des Namens werden. Der Name scheint nämlich nicht gerade von einem Linguisten ausgesucht worden zu sein, der sich die Mühe gemacht hat, einen international einprägsamen Namen auszusuchen.

Viele andere Blogger bemängeln des Weiteren den Sachverhalt, dass Wolfram Alpha faszinierende aber gleichzeitig uninteressante bzw. unwichtige Informationen ausspuckt.

Zudem muss erwähnt werden, dass die meisten der heute gängigen Suchanfragen keine wirklichen Fragen bzw. Kalkulationen sind. Die Suchanfrage „Hotel auf Ibiza“ kann im Sinne Wolfram Alphas also nicht berechnet werden. Auch die Standardsuchanfrage, mit der wohl jeder SEO eine neue Suchmaschine testet, nämlich „SEO“, liefert kein relevantes Ergebnis.

In dieser Hinsicht muss man also sagen, dass es Wolfram Alpha wohl nicht zum Google Killer schaffen wird, denn andere Suchmaschinen – wie beispielsweise Cuil – haben es ebenfalls versucht und waren in der Lage viel bessere Suchergebnisse zu liefern.

Der Fairness halber muss man aber auch betonen, dass Wolfram Alpha wahrscheinlich auch gar nicht als Google Killer konzipiert wurde. Für die Experten der Seoline GmbH sieht die Suchmaschine eher wie eine Art von Wikipedia aus, die sich vor allem für wissenschaftliches Arbeiten eignet. Studenten beispielsweise, die viel mit harten Fakten und Zahlen arbeiten müssen, werden mit Wolfram Alpha sicher eher etwas anzufangen wissen, als der User, der sich ein günstiges Paar Nike Schuhe über das Internet bestellen möchte.

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One Response to “Wolfram Alpha kritisch betrachtet – lediglich Kinderkrankheiten?”

  1. Es ist ein sehr gutes blog.

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