„Suche 2.0“ – wie Suchmaschinen um die Gunst der User buhlen

Ohne Suchmaschinen wäre das Internet wie die größte Bibliothek der Welt ohne einen Index, der einem verrät, wo was steht und wo was zu finden ist. Die Betreiber der Suchmaschinen scheinen in der Zwischenzeit erkannt zu haben, dass die herkömmliche Art im Internet etwas zu suchen, mit endlosen Ergebnisseiten sehr anstrengend sein kann. Aus diesem Grund werden derzeit auch mehrere Millionen investiert, damit die Suche im Internet auf den nächsten Level gehoben werden kann.
Die großen Suchmaschinenbetreiber Google, Yahoo! und Microsoft setzen deshalb auf Innovationen und erproben sehr intensiv neue Konzepte, die die Suche im Internet zu einer Erfahrung machen sollen. So finden sich in den Suchergebnissen in der Zwischenzeit nicht mehr nur Texteinträge wieder, sondern auch Fotos, Videos und andere Inhalte.

Einer der Vorreiter in diesem Bereich war der Marktführer Google mit seiner Universal Search. Vor gut 1,5 Jahren startete Google mit diesem Projekt, welches als erster wichtiger Schritt in Richtung besserer Suchergebnisse verstanden werden kann. Jemand der beispielsweise nach „Britney Spears“ sucht, wird in den meisten Fällen nicht nur an Texten interessiert sein, die den Suchbegriff enthalten, sondern auch an Videos und Bildern, oder aktuellen Schlagzeilen.
Die Universal Search von Google. Die Universal Search von Google resultiert also in vielfältigeren Suchergebnissen. Das können die bereits erwähnten Bilder und Videos sein, aber auch Stadtpläne – aus Google Maps – oder aktuelle News-Beitrage – aus Google News. Dabei achtet Google darauf, diese neuen Informationsbereiche nach und nach in die Suchergebnisse einfließen zu lassen, da das Ganze ein „sukzessiver Prozess“ sei, bei dem man nicht einfach „einen Schalter umlegen“ könne.
Glue von Yahoo! Auch Yahoo! unternimmt Versuche sich in diese Richtung zu bewegen. Unter dem Namen Glue versucht das Suchmaschinenunternehmen ebenfalls die Suchergebnisse besser zu gestalten. Sucht man hier beispielsweise nach „Britney Spears“ so werden die Suchergebnisse auf der ersten Seite in einer sehr attraktiven Art und Weise dargestellt. Auf dieser Seite befinden sich dann sowohl Bilder und Videos, als auch Nachrichten, Musikangebote, Hintergrundinformationen und aktuelle Konzertinfos. Getestet wird diese neue Funktion zuerst testweise auf der indischen Version von Yahoo!. Wobei das Unternehmen derzeit davon ausgeht, dass nicht alle Funktionen in die deutsche Yahoo!-Suche übernommen werden.

Vom ersten Quartal des kommenden Jahres an, sollen auch deutschsprachige User in den Genuss dieser neuen Entwicklungen kommen. So soll es etwa neue Technologien geben, die eine präzise Suche vereinfachen. Als ein Beispiel wäre hier die so genannte Ein-Wort-Suche zu erwähnen, die bei Usern nach wie vor sehr beliebt ist, allerdings nur in den seltensten Fällen zu relevanten Ergebnissen führt, da sie einfach zu allgemein gehalten sind. Aus diesem Grund gibt es Suchassistenten, die ergänzende bzw. eingrenzende Begriffe vorschlagen, die dann in weiterer Folge zu besseren Suchergebnissen führen sollen.

Darüber hinaus sollen in Zukunft auch relevanten Seiten besser auffindbar sein. Mit Hilfe von SearchMonkey ist es Betreibern von Seiten möglich, in Zukunft deutlich mehr Informationen der eigenen Seite – inklusive Bilder – zu hinterlegen, was darin resultiert, dass die besagte Seite präziser und besser gefunden werden kann.
Cuil – die Suchmaschine der ehemaligen IBM und Google Mitarbeiter. Vergangenen Sommer ging unter großem Medienrummel eine neue Suchmaschine an den Start, deren Gründer Ex-Google und –IBM Mitarbeiter sind. Die Rede ist von Cuil, welche als größte Suchmaschine der Welt betitelt wurde. Hier soll es möglich sein, auch semantisch zu suchen. Das heißt beispielsweise, dass für den Suchbegriff „Paris“ etwa zwischen der Landeshauptstadt Frankreichs und Paris Hilton unterschieden wird.
Die Online-Suche befindet sich noch in den Kinderschuhen und zudem gäbe es noch eine Variationsbreite an unausgeschöpften Möglichkeiten, wie man die Suchergebnisse abseits der 10 blauen Links gestalten könne. Davon geht zumindest Steve Ballmer – Chef bei Microsoft – aus.

Microsoft ist derzeit verstärkt damit beschäftigt, lokale Suchergebnisse zu verbessern. Wahrscheinlich auch deshalb, weil man davon ausgeht, dass solche lokalen Suchergebnisse der Grund dafür sind, dass Google in machen Ländern, wie beispielsweise Japan oder Russland, nicht die Marktführerschaft im Bereich der Suchmaschinen über hat. Vom Prinzip her ist die Idee nicht schlecht, denn wer sich gerade in Berlin befindet und nach „Küchenschrank“ sucht, wird wohl eher nicht einen Wikipedia Eintrag dazu lesen wollen.

Besonders Microsoft scheint derzeit aktiv Schritte dahingehend zu unternehmen, die lokalen Suchergebnisse zu verbessern. So wurden erst vor Kurzem neue Forschungszentren eingerichtet – unter anderem auch in München – wobei insgesamt beinahe zwei Milliarden US-Dollar ausgegeben wurden.
Das kommende Jahr wird also in Punkto Suchmaschinen sicherlich mit einigen Überraschungen aufwarten können. Generell kann man für die Zukunft sagen, dass es immer mehr und immer bessere Neuerungen geben wird, allein schon aus dem Grund, den Konkurrenten in den Schatten zu stellen und die Gunst des Users zu erhalten.

Related posts:

  1. Mobile Suche – Yahoo! hat die Nase vorne
  2. Tests bei Bewertungen der Suchergebnisse
  3. Bings Suchmöglichkeiten
  4. Wolfram Alpha kritisch betrachtet – lediglich Kinderkrankheiten?
  5. Was sind wichtige Ranking Faktoren bei Googles lokaler Suche?

Leave a Reply